Der neue Ford Focus RS 2016 auf der IAA 2015

Der neue Ford Focus RS 2016 auf der IAA 2015

Der neue Focus RS liefert eigentlich alles, was Fans von ihm erwartet hatten: offizielle 350 PS treiben alle vier Räder über ein neuartiges Allradsystem an, das den Drehmoment dynamisch über Torque Vectoring an die einzelnen Räder verteilt. So sind sogar 70% Heckantrieb möglich. Mit 39.000 Euro ist er zudem deutlich günstiger als die deutschen Rivalen – Einziger Wehrmutstropfen: Der gröhlende Fünfzylinder aus dem Focus RS Mk2 musste weichen

350 PS aus 2,3 Litern Hubraum – Der Focus RS 2016

Ford geht mit der Ecoboost-Motorenreihe interessante Wege: Einen Vierzylinder-Ottomotor mit über zwei Litern Hubraum hat man zuletzt beim M111 von Mercedes-Benz in 2006 gesehen (verbessert mich, wenn ich ein jüngeres Modell vergessen habe). Der Vierzylinder mit 2,3 Liter Hubraum kommt auf stattliche 350 PS Leistung und 440Nm Drehmoment, im Overboost sogar kurzzeitig auf 470Nm und damit auch dementsprechend auf ein paar PS mehr (Vermutung: 360+PS). Verheiratet ist der Motor mit einem 6-Gang Schaltgetriebe von Getrag (6MTT450 AWD), das die Leistung auf alle vier Räder übersetzen soll. Die Konkurrenz hat ein paar PS mehr? Fords Ecoboost-Motoren sind dafür bekannt, in Serie nach oben zu streuen. Viele Focus ST liefern auf dem Dyno beispielsweise 270 statt 250 PS. Das reicht für 0-100 km/h in doch recht beeindruckenden 4,7 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 266 km/h.

Mit einem Gewicht von rund 1527 Kilogramm kommt der 2016er Focus RS auf ein Leistungsgewicht von 4,36 kg/PS und schlägt damit klar den Golf 7 R (4,91 kg/PS). Gepaart mit dem für Ford neuartigen Allradantrieb dürften sich hier interessante Alltags-Leistungswerte ergeben.

Allrad mit Torque-Vectoring und Drift-Button

Die Fachpresse wollte es kaum glauben, einschlägige Fan-Foren wussten schon deutlich früher Bescheid: Der neue Focus RS 2016 bekommt tatsächlich den neuen „RS-Ford Performance Allradantrieb“. Das Allradsystem ist dabei besonders platzsparend und konnte dadurch relativ problemlos unter das für Frontantrieb konzipierte Chassis verbaut werden. Ein wenig Ähnlichkeit hat das System mit einem Haldex-Allradsystem: Im normalen Fahrmodus werden die Hinterräder nur bei Bedarf zugeschaltet. Jedoch lassen sich über die Fahrmodi auf Wunsch bis zu 70% der Leistung auf die Hinterachse verteilen. Durch Twinster-Kupplung an der Hinterachse lassen sich diese 70% dann noch einmal zu 100% auf das kurveninnere Rad verteilen, sodass laut Ford bis zu 1G Querbeschleunigung entsteht. Oder aber, man aktiviert den „Drift“-Modus (ja, den hat Ford wirklich durch die Rechtsabteilung gebracht): Die beiden Kupplungen an der Hinterachse reagieren dann wie ein Sperrdifferenzial und der Bordcomputer erlaubt doch recht beeindruckende Driftwinkel, wie Drift-Ikone Ken Block schon eindrucksvoll auf dem Goodwood Festival of Speed bewiesen hat.


 

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