Autositze reinigen: Wie Sie Ihre Autositze retten – in 4 Schritten

Autositze reinigen: Wie Sie Ihre Autositze retten – in 4 Schritten

Eine Sekunde nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Ein dicker Fleck ziert den teuren Autositz. Egal ob Eis, Farbstift oder gar Ketchup vom letzten Fast-Food Drive-In – gerade Autositze mit Stoffbezug oder Alcantara nehmen diese Last garnicht gut auf. Wir zeigen, mit welchen Mitteln Sie den Autositz retten können!

So geht’s: Autositze reinigen in 4 Schritten

Schritt 1: Schadensbegrenzung

Ein Tipp zur Prävention: Legen Sie sich Tücher (zum Beispiel Reinigungstücher für Ledersitze, Mikrofasertücher oder ähnlich) ins Handschuhfach. Ist der Fleck frisch im Sitz, können Sie so den Schaden deutlich begrenzen: Tupfen Sie den Fleck mit einem Mikrofasertuch ab, um die Verschmutzung abzutragen. Achtung: Reiben Sie nicht über den Fleck! Sonst verteilt sich die Verunreinigung nur noch mehr auf dem Sitz. Gerade bei Alcantarasitzen kann ein saugfähiges Mikrofasertuch direkt am „Unfallort“ das schlimmste verhindern – meist lassen sich hier die Flecken sogar gänzlich aus dem Sitzbezug entfernen.

Ist der Fleck noch nicht angetrocknet, sollten Sie nun genau dies tun: Tupfen Sie die Stelle sachte ab und versuchen Sie, das gröbste Übel zu beseitigen.

Schritt 2: Autositze absaugen

Stoff- & Alcantarasitze: Ist der Fleck schon etwas eingetrocknet, lohnt es sich, die Autositze vor der Reinigung gründlich abzusaugen. Dazu reicht ein normaler Haus- oder Industriestaubsauger. Bei Münzstaubsaugern von der Autowaschanlage sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Düse nicht verdreckt ist – sonst sehen die Sitze hinterher schlimmer aus, als zuvor. Verwenden Sie keinen Bürstenaufsatz, da dieser das Material nur unnötig beansprucht.

Ledersitze: Auch hier können Sie vorichtig mit einem Staubsauger an den Sitz gehen. Richtig frei von Staub und Flusen werden die Ledersitze mit einem einfachen Mikrofasertuch oder einem Reinigungstuch für Ledersitze, wie zum Beispiel den Armor All Lederpflege Tüchern. Hier sollten Sie jedoch nicht über den frischen Fleck wischen.

Für die nächsten Schritte sollte Ihr Autositz frei von Staub, Flusen und Krümeln sein!

Schritt 3: Flecken entfernen

Jetzt geht es ans eingemachte: Wie bekommt man den verflixten Fleck wieder aus dem schönen Autositz heraus? Das hängt ganz vom Bezug des Autositzes ab. Autositze reinigen sollten Sie generell mit größter Vorsicht und nur mit den richtigen Hilfsmitteln – sonst wird es schnell sehr teuer. Tipp: Bei der Fleckenentfernung sollten Sie immer die komplette Sitzfläche bearbeiten! Wir haben Ihnen die besten Methoden zur Entfernung von Flecken aus allen üblichen Autositzen hier zusammengefasst:

Alcantarasitze reinigen:

Autositze aus Alcantara oder Ultrasuede sind manchmal echte „Diven“. Sie müssen mit großer Sorgfalt behandelt werden. Reinigen Sie den rauhlederähnlichen Ultramikrofaserstoff nur mit einem Tuch. Hierzu sollten Sie ein mit lauwarmem Wasser angefeuchtetes Mikrofasertuch leicht über die Fleckenstelle tupfen. Reiben Sie den Sitz aber nicht zu fest ab, da sich sonst die Oberfläche bleibend verändern kann (Vorsicht vor Knötchen – diese sind kaum bis gar nicht zu entfernen). Meist lassen sich mit dieser Methode selbst hartnäckige Flecken wieder aus dem Alcantarasitz entfernen, da der Mikrofaserstoff die Verschmutzung wie ein Mikrofasertuch „abweist“ und die Verunreinigung nicht in das Gewebe eindringen kann. Bei hartnäckigen Flecken empfehlen wir eine milde Reinigungslösung, die speziell für Alcantara vorgesehen ist. Wir empfehlen hier den Colourlock Alcantara & Textilreiniger, aber auch mit dem Sonax XTREME Polster- & Alcantarareiniger haben wir bereits gute Erfahrungen machen können.

Stoffsitze reinigen:

Autositze reinigen: Stoffsitze

Gerade feuchte Flecken, wie zum Beispiel Ketchup oder geschmolzene Schokolade, sind der Erzfeind eines jeden Stoffsitzes. Reicht ein lauwarm angefeuchteter Mikrofaserlappen nicht aus, um die Flecken zu entfernen, sollte zu einem Polsterreiniger und einer weichen Bürste gegriffen werden. Diese dringen in den Stoffbezug ein, greifen den Stoff aber nicht unnötig an und hinterlassen keine Rückstände. Den Polsterreiniger können Sie großzügig auf den Autositz aufsprühen und gegebenenfalls mit einer weichen Bürste in kreisenden Bewegungen einarbeiten. Nach einer Einwirkzeit von 15 bis 30 Minuten sollte der Sitz wieder „trocken“ sein, dann lassen sich die Überreste des Polsterreinigers leicht mit einem Staubsauger aus dem Autositz entfernen. Polsterreiniger kann bei hartnäckigen Flecken auch mehrmals angewendet werden.

Ledersitze reinigen:

Ledersitze reinigen

Gut gepflegte Ledersitze verzeihen Flecken meist sehr großzügig und können wieder rückstandslos sauber werden. Nutzen Sie ein mit lauwarmem Wasser leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch, um die Verschmutzung abzutragen. Gerade helles Leder leidet oftmals unter Abfärbungen von Jeans und anderen Stoffen: Diese Rückstände und auch hartnäckige Flecken können Sie mit einem geeigneten Lederreiniger entfernen. Wir empfehlen hier gerne die Produkte von Colourlock, wie zum Beispiel den Colourlock Lederreiniger Mild. Mit einer Leder-Reinigungsbürste lässt sich der Reiniger einfach in das Leder einarbeiten und dann mit einem Mikrofasertuch abtragen. Anschließend sollten die Ledersitze mit einem Lederprotector oder einer Lederpflege behandelt werden.

Lässt sich der Fleck nicht entfernen? Wenn auch nach mehrmaliger Anwendung keine Besserung in Sicht ist, lohnt der Besuch beim Autoaufbereiter. Hier wird mit einem Sprühextraktionssauger gearbeitet, der auch die gröbste Verschmutzung aus den Sitzen herausholen kann. Keine Sorge also, es besteht auch bei den hartnäckigsten Flecken noch eine Hoffnung.

Schritt 4: Autositze nach der Reinigung pflegen

Tuen Sie Ihrem Auto etwas Gutes! Gerade bei der Verwendung von Leder- oder Polsterreiniger wird das Material beansprucht. Besonders Leder dankt es Ihnen, wenn Sie ihm nach der Reinigung etwas Substanz wiedergeben – das Leder kann sonst schnell rissig und trocken werden. Alcantara- und Stoffsitze können Sie nach der erfolgreichen Reinigungsaktion imprägnieren. Dann lassen sich Flecken in Zukunft umso einfacher entfernen. Alcantarasitze sollten zudem regelmäßig abgesaugt und mit einem feuchten Tuch leicht abgerieben werden, um den Bezug möglichst lange zu erhalten.

Vorsicht vor Hausmittelchen!

Autositze moderner Fahrzeuge sind auf die sanfte Reinigung nach unseren gezeigten Methoden ausgelegt und sind so meist ohne größere Schäden wieder auf Vordermann zu bringen. Im Internet kursieren jedoch einige „Hausmittelchen“, die zu einem tollen Ergebnis führen sollen. Bitte achten Sie darauf, dass diese Ihre Autositze nachhaltig schädigen können! Rasierschaum, Teppichreiniger und Alkohol (Spiritus) schaden Ihren Sitzbezügen mehr, als dass sie helfen würden. Tensidhaltige Hausmittel wie Gallseife oder Spülmittel können Flecken sehr gut binden, hinterlassen aber selbst Ränder im Autositz, die dann irgendwie entfernt werden müssen. Gute Innenpflege-Produkte für das Auto sind nicht teuer und speziell für diesen Fall ausgelegt – sparen Sie nicht an der falschen Stelle!

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